Jussi ADLER-OLSEN – Erbarmen

Jussi Adler-Olsen – Erbarmen

Orignaltitel: Kvinden i buret

Bewertung:  8,5 / 10

Mit «Erbarmen» halten Sie einen exzellenten und geschickt aufgebauten Krimi in der Hand (einen Krimi, der sich im Laufe des letzten Drittels sogar in einen Thriller verwandelt), der die alten aber immer noch bewährten und äußerst wirksamen Techniken: Ein etwas atypischer Polizist mit schwerer Vergangenheit, eine leicht politisch angehauchte Intrige, interne Dienstabteilungsschwierigkeiten, eine schreckliche Bedrohung, eine zu den Akten gelegte Angelegenheit, die jedoch nie geklärt wurde, verschwundene Indizien ….

Der Plot ist vielleicht nicht bahnbrechend, und der Verdacht schwenkt rasch in die richtige Richtung, aber der Aufbau des Romans ist gekonnt, jedes Kapitel endet mit einem Spannungsmoment – der einem dann Lust gibt, weiterzulesen, und das bis zum Ende!

Weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Schändung

Originaltitel: Fasandreæberne

Meine Bewertung: 8/10

Dieser zweite Fall des « Sonderdezernat Q » ist wirklich eine einzige Lesefreude.

Wieder führt uns Jussi Adler-Olsen in eine Akte ein, die geschickt eine Kriminalgeschichte mit einem Thriller mischt womit er fast einen eigenen Stil erschafft. Das ganze wird schön düster gehalten und  am Rande von einer kaum merklichen Gesellschaftsstudie begleitet um schliesslich mit  einer Prise schwarzem Humor aufgepeppt zu werden.

Denn ja, die Atmosphäre dieses Romans ist wirklich düster.

Der Pluspunkt dieser zweiten Akte des Sonderdezernat Q ist, dass sie eben ganz anders als die erste ist und uns so einen „neuen“ Roman bietet – wobei die allgemeine Farbe identisch bleibt und natürlich auch das atypische Duo Carl Mørck / Assad.

Der Plot:

Im Kellergeschoss des Kommisariats gerät dem Sonderdezernat Q, welches damit beauftragt ist nicht gelöste Fälle neu aufzurollen, durch Zufall an eine Akte die eigentlich nicht ihren Platz hier hat, was natürlich Assad und Mørck neugierig genug macht um die Akte aufzuschlagen – und wir wissen ja wie schwer es Carl Mørck fällt, die Untersuchungen neuer Fälle zu beginnen, denn wenn es nach ihm ginge so würde er den Tag mit den Füssen auf dem vollgepackten Schreibtisch verbringen ohne auch nur ein Papier anzusehen.

Es handelt sich bei dieser akte in Wirklichkeit um einen archivierten Fall ; der Schuldige sitzt seine Strafe ab, zu der er nach dem gewalttätigen Mord eines Bruders und dessen Schwester verurteilt wurde. Wie konnte also diese Akte auf Mørcks Schreibtisch landen, wenn sie denn gelöst war?   Weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Erlösung

Originaltitel: Flaskepost frap

Meine Bewertung : 8/10

Mit einer freudigen Vorerwartung konnte ich diesen dritten Fall des unwahrscheinlichen Duos Carl Mørck-Haffez el-Assad kurz vor seiner Veröffentlichung in Frankreich lesen und so die neue Ermittlung des Sonderdezernat Q verfolgen, in dem nun ja auch Rose, die Sekretärin mit dem etwas anderen Charakter, mitwirkt.

Wieder einmal unterscheidet sich der neue Fall des Dezernat Q sich ganz klar von den vorherigen Untersuchungen („Erbarmen“ und „Schändung“) und das ist es wohl was ich an diesem Autor und der Serie besonders schätze! Mit den selben Romanfiguren, dem selben doch sehr eigenwilligen Rahmen, der selben Stimmung folgen sich die Plots – aber ähneln sich nicht im geringsten.

Was konstant bleibt, das sind die Charaktere. Man mag sie oder man mag sie gar nicht, es gibt hier keine goldene Mitte, denke ich. Ich persönlich bin, wie leicht zu erkennen ist, überzeugt.

Der Plot:

Dieses Mal landet der Fall in einer etwas originellen Weise im Chaos des Sonderdezernat Q: Durch eine Flaschenpost.

Eine Flasche, die gefunden und dann im Polizeipräsidium auf einer Fensterbank vergessen wurde – was jetzt nicht unbedingt der beste Weg ist um den Inhalt zu erhalten. Erst Jahre später landet sie dann, in Stücke zerbrochen, auf Carl Mørcks Schreibtisch.  Weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Verachtung

Originaltitel: Journal 64

Meine Bewertung: 7,5/10

Dieser vierte Fall des Sonderdezernat Q folgt seelenruhig der Straße, die von den drei vorhergegangenen Akten vorbereitet wurde (Erbarmen, Schändung und  Erlösung).

Der PLOT:

Mit „Verachtung“ begleiten wir wieder einmal das Team der Exzentriker, zusammengewürfelt aus Carl Mørck, seinem Assistenten Assad, dessen Intuition immer wieder überrascht und Rose, der unglaublich effizienten Sekretärin, alle drei grundverschieden aber gemeinsam unschlagbar. Diese Patchwork-Arbeitsgruppe bildet das erfolgreiche Dezernat Q, dem die ungelösten Kriminalfälle anvertraut werden.

Und es löst sie, wie auch immer.

Mit diesem Fall, der sich wieder einmal stark von den Vorherigen abhebt – was eine der Stärken dieser Serie ist, keine Ermittlung gleicht der anderen – stürzen wir uns in eine dunkle Zeit der dänischen Geschichte mit der Sprøgo-Insel: Hier wurden „leichte Frauen“ zwangsinterniert und gegen ihren Willen sterilisiert.

Alles beginnt mit dem Verschwinden von Rita Nielsen, im Jahr 1987. Aus einem unerfindlichen Grund hängt sich Rose an diese Akte und zieht Assad mit hinein, so dass nun beide unbedingt diesen Fall lösen möchten – und schon sucht das Dezernat Q nach Informationen …  Weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Erwartung

Originaltitel: Marco Effekten

Meine Bewertung: 6/10

Dieser fünfte Band der Ermittlungen des Sonderdezernat Q ist der erste der mich enttäuscht hat, es ist der erste in dem diese feine Mischung zwischen Kriminalroman und Thriller nicht funktioniert.

„Erwartung“ ist deswegen kein schlechter Roman, bei weitem nicht, er ist nur weniger fesselnd als die vier vorherigen Ermittlungen.

Der Plot:

Alles beginnt mit einer Humanitären Hilfsprojekt in Afrika, ein Fonds wird geschaffen um ein kleines Volk zu unterstützen, welches tief im Dschungel lebt. Als William Stark, ein ordentlicher Bankangestellter der mit der Aufsicht des Projektes betraut wurde, eine unverständliche SMS erhält beginnt er sich für den wirklichen Verbleib der Gelder zu interessieren …. und verschwindet.

Vier Jahre vergehen und er wäre wohl nie wieder aufgetaucht, wenn nicht ein junger illegaler Einwanderer, der einem Bettlerklan angehört, aus letzterem geflüchtet wäre und sich genau dort versteckt hätte wo die Leiche von William Stark vergraben wurde. Diese unfreiwillige und makabre Entdeckung ist der Beginn einer langen Jagd für den jungen Marko, denn er weiß nun zu viel um am Leben zu bleiben und muss einen Weg finden seiner Familie zu entkommen.

Das Dezernat Q, unter der Leitung von Carl Mørck, beschließt sich dieser Akte anzunehmen, die recht langatmig und uninteressant erscheint, bis ihr Weg Markos kreuzt. Der junge Mann ist in den Straßen Kopenhagens untergetaucht und wird dort von den Mitgliedern seines Klans gejagt, deren Ziel es ist, ihn ebenfalls verschwinden zu lassen.

Weiterlesen

Promesses

Jussi Adler-Olsen – Verheißung

Originaltitel: Den Graenseløse

Meine Bewertung: 7,5/10

„Verheißung“ ist der sechste Fall des Sonderdezernat Q und nach der Enttäuschung des vorhergegangenen Buchs treffen wir hier gerne wieder auf die klassischen Grundsteine dieser Reihe: Ein ungelöster Fall, eine noch aktuelle Bedrohung und unser Super-Team, bestehend aus Carl Mørck, Assad und Rose. Jetzt hätte ich doch beinahe Gordon vergessen, aber zugegeben, Carl versucht ja auch ihn zu übersehen….

Drei Jahre sind vergangen, seit wir unsere Freunde das letzte Mal bei der Arbeit beobachten konnten und man spürt dass dieses atypischde Trio in der Zwischenzeit nch enger zusammengewachsen ist.

Doch kommen wir zum Wichtigsten:

 

Der Plot:

Das Dezernat Q erhält den Anruf von Christian Habersaat, eines Polizisten, der wenige Tage vor seinem Ruhestand steht. Dieser bittet Carl Mørck und sein Team darum einen Fall zu lösen, den er nie abschließen konnte, und das in siebzehn Jahren. Da Carl, wie er eben so ist, nicht gerade erfreut sondern eher abweisend reagiert, legt der Mann auf und nimmt sich während seiner Abschiedsfeier das Leben…

Natürlich werden Rose und Assad Carl nun dazu bewegen, sich dieser Akte anzunehmen: Auf den ersten Blick handelt es sich um den Fall eines Verkehrsunfalls.   Weiterlesen

Jussi Adler-Olsen – Selfies

Originaltitel: Selfies

Meine Bewertung: 6,5/10

Selfies“ ist der siebte Fall des Sonderdezernat Q.

Dieser Roman schweift leicht von der vorgegebenen Spur ab, denn auf der einen Seite ist der Aufbau selbst des Romans ein wenig anders als die seiner Vorgänger – er ist sehr viel klassischer als gewöhnlich – und auf der anderen Seite stehen wir hier internen Schwierigkeiten gegenüber denn das Team von Carl Mørck ist nicht mehr vollständig: Rose ist in einer tiefen Krise, die das ganze Dezernat Q erbeben lässt und sogar die Ermittlungen auf eine etwas erstaunliche Weise beeinflusst…

 

Der Plot:

Eine neuartige Mordreihe erschüttert Kopenhagen: Ein Mörder überfährt mitten auf der Straße junge Frauen, die durch Ihre Lebensweise miteinander verbunden sind, denn sie alle leben von der Sozialhilfe, sind Anhänger von Selfies, Reality-Shows und ähnlich oberflächlichen Dingen. Es sind junge Frauen, die gerade der Jugend entwachsen sind und von dem leichten Reichtum träumen, die Daniela Katzenberger bewundern und keine Ausstrahlung von Big Brother verpassen; sie leben zu Lasten der Gesellschaft ohne sich auch nur im Geringsten darum zu bemühen, diese soziale Armut hinter sich zu lassen.

Verdienten diese jungen Frauen den Tod? Der Mörder ist davon überzeugt, er erleichtert die Gesellschaft von einer Last.

Das Sonderdezernat Q ermittelt durch Zufall in diesen Fällen, die eigentlich nicht in seinen Arbeitsbereich fällt und muss damit diskret sein, damit das Stockwerk über ihnen nichts von seinen Untersuchungen erfährt… was nicht leicht ist wenn ein Fernsehteam der Arbeit folgen soll…  Weiterlesen