Nele Neuhaus – Im Wald

 

Originaltitel: Im Wald

Meine Bewertung: 7/10

Mit „Im Wald“  bestätigt Nele Neuhaus dass sie eine konstante Autorin ist. Ja, dies ist schon die achte Mordakte in der das Duo Pia Kirchhoff – nun Sander – und Oliver von Bodenstein ermitteln. Dieser Roman schenkt uns wieder einmal eine angenehme Lektüre, auch wenn wir nicht vom Sofa fallen. Er liest sich leicht und ist auch spannend.

Eine Besonderheit in diesem Buch ist Oliver von Bodenstein, der persönlich von diesem Fall berührt wird und dessen Neutralität und Ruhe auf eine harte Probe gestellt werden. Eine schlechte Kindheitserinnerung kann auch den ruhigsten Polizisten zum Wanken bringen.

 

Der Plot:

Auf einem kleinen Campingplatz, auf den die Touristen erst im Sommer zurückkehren werden, erschüttert eine Explosion die Nacht bevor ein Feuer in wenigen Minuten einen Campingwagen in Schutt und Asche verwandelt.

In den verkohlten Ruinen wird eine Leiche entdeckt. Ein Mann. Es war kein Unfall, die Explosion wurde ausgelöst und das Opfer eingeschlossen.

Während die Polizisten mit ihren Ermittlungen beginnen sorgt ein neuer Mord für Aufregung: Eine alte Dame, die auch noch im Sterben lag, wurde in ihrem Altersheim erdrosselt. Der Täter muss ihre Gewohnheiten genau gekannt haben – und vor allem muss er es sehr eilig gehabt haben die Frau sterben zu sehen. Welches Wissen hat sie mit ins Grab genommen? Warum gerade jetzt? Welches Geheimnis verbirgt sich hier und scheint von einem ganzen Dorf wissentlich ignoriert zu werden?  

Die Untersuchungen bringen immer mehr ein altes Drama zurück an die Oberfläche, das des Verschwindens eines kleinen Jungen, der 1972 verschwand. Seine Leiche wurde nie gefunden.

Steht diese alte Angelegenheit in irgendeinem Zusammenhang zu diesem Fall – oder ist Oliver von Bodenstein nur zu persönlich betroffen um die nötige Distanz zu wahren? Denn der kleine Junge der damals verschwand war sein bester Freund und bis heute fühlt sich Oliver von Bodenstein schuldig in damals, an diesem schrecklichen Nachmittag, alleine gelassen zu haben…

Pia Sander dagegen beginnt an ihrem Chef zu zweifeln….

Die Stimmung im K11 ist also recht angespannt.

Dann, ganz langsam, entwirren sich die Fäden und wir folgen ihnen um zu entdecken, was alles verbindet.`

 

Meine Meinung:

Es handelt sich um einen guten Roman von Nele Neuhaus der jedoch nichts Neues mit sich bringt. Auch wenn Oliver von Bodenstein erschüttert und mental ausgelaugt vor uns steht bringt das nicht viel Farbe in die Seiten.

Dieser Roman folgt dem Weg der vorherigen, mit ausreichend Romanfiguren damit der Leser auch konzentriert bleiben muss…. Glücklicherweise hält sich das in Grenzen. Nele Neuhaus hat uns ja daran gewöhnt viele Figuren und Statisten in ihre Romane einzuflechten so dass sie manches Mal an das Limit des „leicht zu Lesenden“ kam. Hier nicht.

Was mir hier gefehlt hat, und das ist erstaunlicher, das ist etwas mehr „Authentisches“ wie man es in den vorherigen Romanen vorfand, etwas was man als „typisch Taunus“ bezeichnen würde. Ja, ich weiß dass das nebensächlich ist aber das ist ein Charme der mir hier fehlt obwohl wir alte Einwohner treffen und sogar den alten Dorfpriester und seine Schwester.

Der Fall selbst ist gut aufgebaut, man versucht den Schuldigen zu erraten und stellt fröhlich immer mehr Hypothesen auf.

Kurz gesagt, ein guter Roman der deutschen Krimikönigin. Aber nicht ihr bester.

 

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