The Confession

John Grisham – Das Geständnis

Originaltitel: The Confession

Meine Bewertung: 7/10

Der König des „Justizthrillers“ liefert uns hier ein spannendes Beispiel des texanischen Gerichtswesens und dessen fatalen Ausgangs wenn ein Fehler begangen wird. Kann der Lauf der Justiz gestoppt werden?

 

Der Plot:

Reverend Keith Schroeder aus Topeka ist ein ruhiger Mensch, ihm liegt es am Herzen sich der Politik fernzuhalten und dabei seine Predigten ruhig vorzubereiten um den Mitgliedern seiner Gemeinschaft die Ruhe zu vermitteln die sie verdienen.

Als er eines Tages von Travis Boyette aufgesucht wird, verändert sich seine Weltansicht um Einiges: Travis Boyette, ein mehrfach verurteilter Sexualtäter, gesteht ihm einen weiteren Mord. Einen Mord, für den ein anderer vor Gericht stand und zum Tode verurteilt wurde. Nun, acht Jahre nach dem schrecklichen Mord, sind es nur noch vier Tage bis zur Hinrichtung von Donté Drumm.

Keith Schroeder, dem dieser Fall unbekannt war, erfährt schnell, dass Donté Drumm damals, als vielversprechender Football-Spieler und Schüler der Slone Highschool, allein aufgrund eines Geständnisses verurteilt wurde, das der junge Mann sofort widerrufen hatte und das offensichtlich durch die hartnäckigen Verhörmethoden aus dem damals erst siebzehnjährigen Jungen herausgepresst wurde.

Er wurde angeklagt, die junge Cheerleaderin Nicole Yarber ermordet zu haben weil diese nicht an ihm interessiert war. Eine Leiche wurde nie gefunden, auch handfeste Indizien lagen nie vor.

Nur das Geständnis belegt den Fall, wie auch Aussagen eines Rivalen und ein anonymer Anruf.

Reverend Keith Schroeder sitzt nun dem wirklichen Mörder gegenüber. Dieser leidet an einem inoperablen Hirntumor und möchte nun dem jungen Donté Drumm eine Chance geben.

Acht Jahre sind seit dem Mord und dem Urteil vergangen, alle Berufungsmöglichkeiten sind erschöpft.

Keith Schroeder nimmt mit dem Verteidiger von Donté Drumm Kontakt auf um einem Unschuldigen das Leben zu retten, der nun seit acht Jahren in der Todeszelle sitzt.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Meine Bewertung:

Dieser Thriller, ein Gerichts-Thriller oder „Justiz-Thriller“ beginnt zunächst recht vorhersehbar und man ist recht entspannt, dieser Justizirrtum wird sich klären. Je weiter man jedoch liest, desto mehr erkennt man wie verfahren das Rechtssystem sein kann und man beginnt zu fürchten, die Wahrheit könne doch nicht zur rechten Zeit ans Licht kommen…

Dieses Buch des Königs der Justizthriller zeigt uns wie festgefahren die Justiz sein kann.

Für Donté Drumm ist alles schief gelaufen: Er war ein junger schwarzer Footballer, dem die Zukunft offen stand als die junge Nicole verschwand. Ein anonymer Anruf wies die Polizei auf ihn hin und hiermit nahm alles seinen Lauf.

Der Zug, der zur Verurteilung und vielleicht sogar zu der Hinrichtung des jungen Mannes führen sollte, stand auf den Gleisen und fuhr los, immer schneller, immer selbstsicherer.

Alle Versuche, ihn von der Bahn abzulenken, die Weichen anders zu stellen indem Ungereimtheiten ans Licht gebracht wurden, sind fehlgeschlagen.

Vier Tage noch….

Hier beobachten wir ein Justizsystem, das dem von Kafka beschriebenen exakt gegenteilig gegenübersteht: Es ist nicht undurchschaubar, unerklärlich, verwirrend und scheinbar ohne Plan. Hier läuft es nach einem klaren System ab, vorhersehbar und offensichtlich: Im doch noch recht rassistischen Texas wird ein junger Schwarzer verdächtigt ein junges, weißes Mädchen aus Eifersucht ermordet zu haben. Er gesteht diese Tat. Auch wenn er sein Geständnis widerruft und die Leiche nie gefunden wird sind hiermit alle Weichen gestellt: Der Staatsanwalt schaufelt Kohle in die Maschine, die Richterin, die auch die Geliebte des Staatsanwalts ist, sieht nur das endgültige Ziel vor Augen – die Verurteilung eines politisch perfekten Täters. Der Verteidiger Drumms, Robbie Flak, vermag es nicht die offensichtlichen Ungereimtheiten durchzusetzen.

Die Verurteilung steht. Das Datum der Hinrichtung rückt näher.

Die letzten Berufungsmöglichkeiten werden ausgeschöpft. Nun liegt ja das Geständnis des wirklichen Täters vor! Und der Hauptzeuge widerruft seine Aussage! Damit muss man den Zug stoppen können.

Doch dieser fährt gnadenlos immer weiter und man beginnt zu zweifeln…..

Die Spannung steigt erheblich an, als man diese Festgefahrenheit erkennt. Der Ausgang des Romans ist unsicher.

Trotz einiger Längen im letzten Drittel ist „Das Geständnis“ ein typischer „Grisham“: Spannend, faszinierend und beunruhigend.

Auf jeden Fall lesenswert.

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